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Praktikum Bundesarchiv: erster Bericht

Was ist das BAR?
Das Bundesarchiv (BAR) archiviert Unterlagen, die das staatliche Handeln dokumentieren. Also Unterlagen des Parlaments, des Bundesrats, der Bundesverwaltung, usw. oder Akten aus privaten Archiven mit einem engen Bezug zum Bundesstaat. Das BAR kann man auch als „Gedächtnis des Staates“ bezeichnen. In seinen Magazinen finden sich über 50km Unterlagen, in denen geforscht, entdeckt und aus der Vergangenheit gelernt werden kann.
Das Bundesarchiv bewertet, sichert, erschliesst und vermittelt Unterlagen. Da nicht alles aufgenommen werden kann, müssen Akten vor der Übernahme auf ihre „Archivwürdigkeit“ geprüft werden.


Was ist und macht das Ressort Transfer und Integration (RTI)?
In meiner Praktikumszeit arbeite ich im RTI. Diese Abteilung ist zuständig für die Bewertung (archivwürdig oder nicht), die Übernahme der Dokumente, die Erschliessung und die Aufbewahrung der Unterlagen. Wobei sich das RTI um die analogen, physischen Unterlagen kümmert. Eine ähnliche Abteilung gibt es auch für die digitalen Dokumente.


Meine Tätigkeiten im RTI
Armeefilme: Momentan beschäftige ich mich mit einer etwas kniffligen Angelegenheit. Filme, die vor ein paar Jahren abgeliefert wurden, sind zur Ausleihe verlangt worden. Nun mussten diese ausfindig gemacht werden. Das Problem: Sie wurden nicht richtig verzeichnet und können zum Teil nicht mehr aufgefunden werden. Physisch befinden sie sich aber alle am gleichen Ort. Es existiert eine Liste mit allen Filmen und ihren Nummern. Manche Filme wurden aus konservatorischen Gründen umgespult und erhielten deswegen eine neue Nummer. Alle Filme, die noch die alte Nummer tragen, müssen nun neu nummeriert und später auch umgespult werden. Die Filmliste muss laufend mit den neuen Nummern ergänzt werden. So, dass die Daten zu den Filmen noch immer mit neuer und alter Nummer übereinstimmen. Schlussendlich werden die vollständigen Daten in das Archivinformationssystem überführt.

Leo Schürmann: Das Privatarchiv von Leo Schürmann wurde nach Vereinbarung vom BAR übernommen. Er war in verschiedenen Ämtern tätig, Mitglied der CVP, war unter anderem Nationalrat, Oberrichter, Eidgenössischer Preisüberwacher und Generaldirektor der SRG. Da er also an vielen Orten mitgewirkt und die Bundespolitik geprägt hat, macht es Sinn, seine gesammtelten Dokumente in den Bestand des BAR aufzunehmen.
Da die Unterlagen nicht bereits geordnet und verzeichnet sind, kümmern sich Mitarbeiter des BAR um diese Aufgabe. Normalerweise muss diese Arbeit aber von den abliefernden Stellen erledigt werden.
Jetzt helfe ich, dieses Archiv sachgemäss zu erschliessen. Dazu müssen alle Unterlagen durchgeschaut werden. Manches wird weggeworfen, neue Dossiers müssen gebildet werden, schlussendlich alles in Archivschachteln verpackt und in der digitalen Datenbank verzeichnet werden. Innerhalb dieser Datenbank wird eine möglichst sinnvolle hierarchische Ordnung erstellt, damit die Dokumente in ihrem Zusammenhang aufgefunden und überhaupt wiedergefunden werden können.
Manchmal ist es schwierig abzuwägen was man wegwerfen soll oder wie man Dossiers sinnvoll bilden soll. Was ist wichtig für die Nachwelt und was interessiert niemanden in etwa 100 Jahren? Zeitungsartikel müssen z.B. nicht aufbewahrt werden, da diese schon von den Bibliotheken oder Zeitungsarchiven aufbewahrt werden. Korrespondenzen, Protokolle von Sitzungen, aufgeschriebene Reden oder Ansprachen, usw. werden dagegen aufbewahrt. Aber auch hier kann es wieder Ausnahmen geben. Ich habe gelernt, dass dies ziemlich anspruchsvoll werden kann, man sich in den Dokumenten richtig gehend verlieren kann und, dass man bei dieser Arbeit Verantwortung trägt.

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