Samstag, 24. Dezember 2011

Amitav Ghosh : Das mohnrote Meer

In Indien im Jahr 1838, bechreibt Amitav Ghosh die schicksalshaften Leben diverser Personen, die sich schlussendlich alle auf der Ibis, einem ehemaligen Sklavenschiff, begegnen. Zum Beispiel ist da Diti, die junge Bäuerin, die durch den auferzwungenen Opiumanbau alles verliert; Babu Nob Kissin glaubt in Zachary, Steuermann der Ibis, eine Krishna-Inkarnation zu erkennen; Paulette, verwaiste Tochter des französischen Botanikers, versucht ihrer Zwangsverheiratung zu entkommen; Nil Rattan Halder, Raja von Raskhali, verliert durch eine Intrige alle seine Ländereien und wird deportiert.... die Menge der Personen mit ungewohnten Namen ist manchmal etwas verwirrend, aber ein Glossar am Ende des Buches hilft dabei.
Die ganze Geschichte ist in den Opiumhandel und den ersten Opiumkrieg eingebettet. Amitav Ghosh hat sehr gut recherchiert. Wer die Augen nicht vor den unglaublichen Ungerechtigkeiten verschliesst, entdeckt hier eine zwar heftige, aber sehr faszinierende Geschichte.
Allerdings: das Ende ist etwas verwirrend, und das ist der Haken am Ganzen: das Buch "Das mohnrote Meer" ist das erste der "Ibis-Trilogie". Der zweite Band ist soeben auf englisch erschienen "River of smoke", die deutsche Übersetzung sollte im Frühling im nächsten Jahr folgen. Wer während dem Warten auf den zweiten Band der Ibis-Trilogie was anderes lesen möchte: Alle Bücher von Amitav Ghosh kann ich nur empfehlen. "Hunger der Gezeiten" insbesondere, den dieses spielt in den Sundarbans, dem weitverzweigten Flusssystem, in welchem sich der Ganges ins Meer schlängelt.

Tipp von Helen Schärer

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