Sonntag, 18. Dezember 2011

Ulli Schwarzenberger : Single bells

Als eigentlichen Kostverächter von Weihnachtsfilmen sehe ich mich veranlasst, einen weihnächtlichen Streifen doch vorzustellen - die kultverdächtige Komödie "Single Bells" aus Österreich. Den Anfang macht Kathi, erfolgreiche Werbe-Unternehmerin aus Wien; nur Stunden vor der langersehnten Abreise nach Mauritius fordert sie von ihrem Lebenspartner anstelle der Reise unvermittelt ein Kind sowie die Heirat. Jonas, seines Zeichens Kinderarzt, kann Kathis abrupten Gesinnungswandel nicht fassen; er zählt ihr alle Vorteile ihres bisherigen Lebens auf. Als Kathi ihn ultimativ auffordert, die Wohnung zu verlassen, gibt es kein Zurück mehr.
Wie gut, gibt es für solche Fälle die liebe Verwandtschaft: So trifft Kathi bald im eingeschneiten Haus Ihrer Schwester Luiserl und ihrer Familie ein. Doch die Idylle trügt, denn auch Luiserls Schwiegermutter, die nicht sehr pflegeleichte, vor Bescheidenheit strotzende "Omama", ist bereits einquartiert. Ihr Sohn, der Jo oder im Jargon der liebenden Mutter "Hanserle", hat ihr ein ruhiges Fest versprochen, das diese nun durch Kathis Eintreffen bereits in Gefahr sieht. Als kurz darauf noch Kathis und Luiserls dünkelhafte Mutter Lillibeth ("noblesse oblige") uneingeladen auftaucht, sind alle Ingredienzien für ein gelungenes Fest der Liebe beisammen. Der österreichische Humor und das schauspielerische Talent aller Beteiligten liessen einen Weihnachtsfilm der Extraklasse entstehen, der mir zur alljährlichen Tradition wurde - ein Kultfilm für alle, die wissen, welchen Zündstoff das weihnächtliche Zusammentreffen im Kreise der Familie bereithalten kann.

Tipp von Claude Christinat

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