Mittwoch, 4. Januar 2012

Angelika Overath : Alle Farben des Schnees : Senter Tagebuch

Dieses Buch ist mir, als es Ende 2010 erschien, wegen dem Titel und dem Untertitel aufgefallen. Alle Farben des Schnees, in Mehrzahl! Dh. Schnee ist nicht nur weiss, sondern hat noch welche Farben? Ein Tagebuch aus Sent, diesem kleinen Dorf im Engadin, wo ich mal in den Ferien war? Was macht den Frau Overath da? Ferien?

Im Nachwort erklärt sie, "Wie es zu diesem Buch kam: (…) Ende Juli 2007 zogen mein Mann, Manfred Koch, unser jüngstes Kind Matthias und ich von der Universitätsstadt Tübingen in die Berggemeinde Sent im Unterengadin. (…) Viele Menschen, sagte mein Lektor Klaus Siblewski, träumen davon, an ihren Ferienort zu ziehen. Aber ihr habt es wirklich gemacht. Wie ist das also?"

Angelika Overath hat vom September 2009 bis September 2010 ihre Erlebnisse, Eindrücke, Gedanken notiert. Sie hat nicht nur recherchiert und notiert, sie hält auch viele persönliche Gedanken fest, offen und ungezwungen. Entstanden ist ein sehr persönliches Tagebuch in einer wunderbaren Sprache. Mitunter ist es sehr poetisch, trotzdem ist es leicht zu lesen. Das Spiel mit der Sprache (z.B. rätoromanische Gedichte, die erklärt werden) hat mir sehr gefallen. Das ganze Tagebuch erscheint mir authentisch, da die "Tagebucheinträge" mitunter sehr unterschiedlich sind. Man spürt auch, dass die Familie nun im ehemaligen Ferienort daheim ist, was mitunter Probleme, jedoch auch Überraschungen und viel Schönes mit sich bringt. Angelika Overath ist eine phantastische Schriftstellerin, die mit ihren Texten nicht nur unterhält, sondern auch zu Reflexionen und Überlegungen anregt.

Ein ruhiges, wunderbares Buch, das ich absolut empfehlen kann, nicht nur im Winter. Ich habe es bereits einigen Kolleginnen und Kollegen empfohlen, bis anhin waren alle begeistert…

Tipp von Helen Schärer

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