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Es werden Posts vom Oktober, 2012 angezeigt.

Martin Suter : Abschalten : die Business Class macht Ferien

Business as usual? Nicht ganz. - Diesmal macht die Business Class nämlich Ferien.
Aber Ferien haben, das ist das Zweitschlimmste für einen Manager. Zur Untätigkeit gezwungen zu sein und zu wissen: Die Firma wird untergehen, weil er nicht da ist. Oder noch schlimmer: Die Firma wird nicht untergehen, obwohl er nicht da ist. Und am allerschlimmsten: Die Firma wird wachsen und gedeihen, gerade weil er nicht da ist.

Suter liefert uns wieder blitzgescheite, vergnügliche Satire über Huber, Räber, Häfliger und Co., die allesamt dem mittleren bis höheren Kader angehören und die schrecklich gestresst sind von all den Hierarchien, Strategien, Terminkollisionen und den Verteilungskämpfen an den kalten Buffets. 13 Geschichten über die Business Class erscheinen in diesem Buch zum ersten Mal, die restlichen 44 sind den früheren Diogenes-Bänden Business Class (I und II), Huber spannt aus, Unter Freunden und Das Bonus-Geheimnis entnommen, die allesamt äusserst lesenswert sind.

Übrigens: Was ist für den Ma…

Alex Capus : Skidoo : meine Reise durch die Geisterstädte des Wilden Westens

Nach seinem grossen Erfolg mit dem Liebesroman "Léon und Louise" äusserte sich Alex Capus so:“Wenn ein Mann einen Liebesroman geschrieben hat, muss er hernach zum Ausgleich etwas Ordentliches tun. Einen Western schreiben zum Beispiel. Man ist sich das einfach schuldig, nicht wahr?"
Allerdings hat er mit "Skidoo" einen Western der ganz besonderen Art geschrieben: ehemalige Kleinststädte des Wilden Westens im Gebiet zwischen Death Valley und Grand Canyon zur Zeit der Goldgräber sind die Schauplätze in Capus' Western-Kurzgeschichten. Wie alle biografisch-historischen Romane und Erzählungen von Capus sind auch diese sorgfältig recherchiert und hier sogar mit zahlreichen Fotos illustriert. Wir lesen über Postkutschenräuber, chinesische Opiumhöhlenbetreiber und einen zweimal gehängten und einmal geköpften Wirt eines Saloons in Skidoo. Und wir erfahren unter anderem, dass die heute legendäre Route 66 ursprünglich von asiatischen Kamelen und ihren osmanischen Treibe…

Nicolas Barreau : Eines Abends in Paris

Der junge Mann Alain betreibt in Paris ein schmuckes, altes Kino. Als Nostalgiker zeigt er mit Vorliebe alte Filme und liebt es, die Besucher zu beobachten, wie sie verträumt, amüsiert, glücklich und hoffnungsvoll aus seinem Kinosaal spazieren. Eine Kinobesucherin fällt ihm besonders auf: sie kommt erst seit kurzer Zeit immer am selben Tag allein ins Kino und sitzt immer genau am gleichen Platz. Als sie im nicht mehr aus dem Kopf gehen will, beschliesst er, sie anzusprechen und zum Essen einzuladen. Zu Zweit verbringen einen wunderbaren Abend und vereinbaren, sich in einer Woche wieder im Kino zu sehen. Doch an besagtem Tag ist und bleibt sie wie vom Erdboden verschluckt…
Die Ereignisse überschlagen sich, als am Tag darauf ein berühmter amerikanischer Regisseur vor Alains Tür steht und fragt, ob sie sein Kino für Dreharbeiten mieten könnten. Alain fällt aus allen Wolken und kann sein Glück kaum fassen - so steht sein Kino ganz plötzlich im Zentrum der Aufmerksamkeit und die Kinokassen …

Wo sind in der Stadtbibliothek Thun eigentlich die Klassiker?

Vielleicht haben Sie sich dies auch schon gefragt. Zu recht. Viele Klassiker stehen bei uns im Magazin im Untergeschoss. Im Katalog finden Sie diese Titel unter "Standort Magazin". Sollten Sie einmal Dostojewskij, Thomas Mann, Hermann Lenz oder vielleicht sogar Aristoteles lesen wollen, wenden Sie sich an uns. Wir holen Ihnen die gewünschten Bücher gerne nach oben an die Ausleihtheke.

Neu finden Sie für einen Teil dieser Literatur Hinweisschilder bei den Romanen, die auf unseren Magazinbestand aufmerksam machen.

Und warum nicht wieder einmal in eine andere Zeit und Welt eintauchen?

Kathleen Vereecken : Eine grössere Welt

Frankreich, ein kleines Dorf im 18. Jahrhundert. Wie viele andere, wächst der Junge Leon als Findelkind in Armut auf. Unwohl, schlecht behandelt bei seiner Pflegefamilie und nach dem Verlust seiner engsten Freundin, beschliesst er mit zehn Jahren nach Paris zu gehen und sich dort eine Arbeit zu suchen. Das für ihn unbekannte Leben in der Stadt ist eine Herausforderung. Trotzdem schlägt er sich durch, findet eine neue Heimat und knüpft neue Beziehungen. Etwas lässt ihn jedoch nicht los: das grosse Fragezeichen seiner Herkunft. Wieso haben seine Eltern ihn als Baby im Waisenhaus abgegeben? Wieso wollten sie ihn nicht? Insgeheim hofft er, in Paris seine Eltern wieder zu finden und Antworten auf seine brennenden Fragen zu bekommen.
Die Autorin lässt Leon mit lebendiger Sprache seine Geschichte erzählen. Als Leser wächst man quasi mit ihm auf: Leon berichtet zuerst aus der Sicht eines Kindes und wird, je älter, ausführlicher und umfassender in seinen Beschrieben. Spannend ist vor allem auch …

Bücherflohmarkt

Für diesen Samstag, 20. Oktober, ist schönes, sonniges Wetter angesagt. Der Bücherflohmarkt wird deshalb wie geplant beim Eingang der Bibliothek stattfinden. Der Verkauf der Bücher wird von 10 bis 15 Uhr durchgeführt. Weitere Informationen zum Bücherstand findet ihr auf www.thun.ch/stadtbibliotehk.

Dixie Chicks : Shut up & sing

"It's been two long years now since the top of the world came crashin' down", singt die Frontfrau der Dixie Chicks, Natalie Maines, im Jahre 2005 - zwei Jahre nach dem öffentlichen und gesellschaftlichen Abstieg ihrer Band.

Angefangen hat alles auf dem höchsten Ast der Musikwelt. Die aus Texas stammende Country-Band erlaubt sich während ihrer "Top of the World Tour" einen einzigen, im Grunde genommen humorvoll gemeinten Kommentar, dessen Aussprache ihre Leben verändern und ihrer ständig aufsteigenden Karriere einen zünftigen Dämpfer verpassen würde. "… and we are ashamed that the President of the United States is from Texas", belächelt Maines im Namen der drei Frauen das Publikum und löst damit ein fatales Massaker auf musikalischer Ebene aus. Auf gut Deutsch gesagt teilt sie also mit, dass sie dem damals aktuellen US-Präsident (George W. Bush) keineswegs zugeneigt sei, keine Angst habe ihm und dem Volk dies zu zeigen und Herrn Bush auch zu beleidi…

Margherita Oggero : Der Duft von Erde und Zitronen

Imma, ein 13 jähriges Mädchen aus dem Süden Italiens lebt versteckt in der Wohnung ihrer "Tante" im Norden Italiens. Mit einem Stein hat sie zugeschlagen als der Sohn des Mafiabosses Don Raffaele versuchte sie zu vergewaltigen. Nun flieht sie vor der Rache der Mafia. Jedes zweite Kapitel des Buches erzählt das Mädchen in Ich-Form. Wie ein Flickenteppich entrollt sich langsam die Geschichte ihrer Kindheit und ihrer Familie. Die erdrückende Macht und die Angst der Menschen vor den Übergriffen der Mafia wird immer wieder spürbar. Doch es leben starke Menschen im Süden Italiens, die sich ihre Freiheit und Lebensfreude bewahren. Leidenschaftliche Frauen, die sich trotz Moralvorstellungen nicht einschränken lassen und für ihre Kinder kämpfen wie Löwinnen.
Auch Imma kann man nicht einsperren. Zu Hause streifte sie oft tagelang durch die Gegend. Sie liebt ihre Heimat; den Duft von Erde und Zitronen. 

Ein schönes Buch, das trotz der Schwere der Schicksale leichtfüssig, lebensfreudig un…

Werner Bartens : Betrügen lernen

"Was soll ein Mann tun, wenn seine Verführungskünste im heimischen Schlafzimmer nicht mal mehr die eigene Frau unter der Decke hervorlocken? In seiner Not beschliesst Alex fremdzugehen - natürlich nur probeweise und um sich selbst zu beweisen, dass er's noch kann. Doch in fremden Schlafzimmer wird es für ihn auch nicht leichter. Liegt es an seinem Frotteschlafanzug?" Als ich diesen Klappentext las, musste ich laut lachen. Das Buch hält, was der Klappentext verspricht: Es ist sehr witzig geschrieben, die Pointen sind gut gesetzt. Die Geschichte erscheint aber nicht plump, sondern intelligent, aber auch ironisch, bitterböse aber nicht hoffnungslos, einfach amüsant. Mit grossem Vergnügen und viel Gelächter habe ich dieses Buch gelesen. Ich kann es nur weiterempfehlen.

Werner Bartens ist eine vielseitige Person. Er studierte Medizin, Geschichte und Germanistik. Eine gelungene Kombination: er hat bereits mehrere Sachbücher zum Thema Gesundheit veröffentlicht, die ich ebenfall…

Weihnachten naht....

...aber so nah ist der Advent nun auch wieder nicht. Es haben bereits einige Personen, hautpsächlich gut organisierte Lehrerinnen, nach Weihnachtsbüchern gefragt. Ja, natürlich haben wir die, aber die sind im Magazin aufbewahrt, für unsere Kunden nicht zugänglich. Und ich widersetze mich dem Trend der Verkaufsläden, Weihnachten schon Mitte September zu beginnen (dann hatten wir die ersten Nachfragen...) . Das Regal mit den Weihnachtsbüchern wird im November bei uns in der Bibliothek eingerichtet. Wer vorher schon Weihanchtsbücher möchte, kann diese natürlich trotzdem ausleihen. Im Online-Katalog das Stichwort "Weihnachten" und am besten gleichzeitig im rechten Feld die Mediengruppe (z.B. Bilderbuch) eingeben und suchen. Anschliessend die Signatur aufschreiben, diese dem Bibliotheksteam an der Ausleihtheke mitteilen und wir werden Ihnen das gewünschte Medium aus dem Magazin heraufholen. Frohe Weihnachten. Oder eigentlich lieber: gute Vorbereitung, aber vorher wünsche ich alle…

Marco Malvaldi : Im Schatten der Pineta ; Die Schnelligkeit der Schnecke

Die zwei Krimis kann ich als wunderbar leichte und doch spannende Ferienlektüre absolut empfehlen. Handlungsort ist eine kleine Bar in der Toskana.
Die Hauptdarsteller sind der sympathische noch fast junge Barbesitzer und vier schrullige, scharfzüngige alte Männer. Sie sitzen an ihrem Tisch unter der Pinie und vertreiben sich die Zeit mit Kartenspiel, Rückblicke auf ihr Leben und das der Dorfbewohner. Und dabei kommt niemand ungeschoren davon. Einfach köstlich. Der nicht sehr clevere Commissario des Distriktes hätte ohne die tatkräftige Unterstützung dieser Fünfergruppe kaum eine Chance die etwas verzwickten Morde in seinem Gebiet aufzuklären.

Bestellen Sie sich am besten einen Capuccino oder einen Espresso, setzen Sie sich in Ihre Lieblingsbar und dann lesen Sie!

Tipp von Verena Dolder 

David F. Hutchings, Richard de Kerbrech : Titanic : Konstruktion und Technik einer Legende

Zielsetzung und Thematik des vorgestellten Werks reihen sich wohltuend frisch in die lange Liste der Titanic-Literatur ein, wo gewohnt der Untergang sowie die damit verbundenen Schicksale dominieren, dabei wird meist lediglich Altbekanntes in neuer Verpackung geliefert. Umsomehr kann dieses Werk mit seinen teils erstmals einem breiten Publikum zugänglich gemachten technischen Informationen inklusive eindrücklichen Fotografien und Zeichnungen aufwarten (die meisten Fotos stammen allerdings vom Bau des Schwesterschiffes Britannic, dem zum Lazarettschiff umfunktioniert ebenfalls nur eine kurze Karriere beschieden war, die 1916 in der Ägäis nach einem Minentreffer endete). Besonders hervorzuheben ist das dem Antrieb gewidmete Kapitel; die eher seltene Kombination von zwei Kolbenmaschinen und einer Abdampfturbine wird ausführlich beschrieben. In gleicher, detailverliebter Manier werden Aufbau und Betrieb der Schiffskessel geschildert, was wohl das highlight des Buches ausmacht, da die Auto…

Wolfgang Herrndorf: Tschick

Er gilt als schlichtweg langweiligster Typ in seiner Klasse; Maik Klingenberg. Der 14-Jährige stammt aus wohlhabendem, aber gleichzeitig verstörendem Elternhaus in Berlin und ist ein Aussenseiter. Als einziger Glanzmoment vor den Mitschülern lässt sich das Vorlesen eines Deutsch-Aufsatzes während dem Unterricht zählen, indem er intime Details über das Leben mit seiner alkoholkranken Mutter preisgibt und somit ein einziges Mal für Gelächter in der Klasse sorgt - obschon sein Lehrer davon kaum begeistert ist. Zwar bringt ihm dieses Ereignis den Spitznamen "Psycho" ein, hilft seinem gehaltlosen Image jedoch nicht weiter auf die Sprünge.
Erst als der russlanddeutsche Andrej Tschichatschow - von allen nur Tschick genannt - als neuer Schüler der Klasse bekanntgegeben wird, ändert sich Maiks träge Situation. Der als ebenfalls Aussenseiter bekannte Tschick erscheint zwar mehrmals sichtlich betrunken zum Unterricht, stellt sich entgegen der Lehrer aus Absicht doof und hält somit das f…