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Es werden Posts vom 2014 angezeigt.

Loriot : Weihnachten bei Hoppenstedts

„Dann fallen alle Häuser um und alle Kühe“
Enthalten in der DVD : „Die vollständige Fernseh-Edition“

Vor Loriots unnachahmlichem Humor, seinem ungetrübten Blick auf die biederen, zuweilen grotesken Seiten der menschlichen Interaktion, war kaum eine Lebenslage oder Situation sicher, so natürlich auch das nahende Fest nicht. Die zeitlose Gültigkeit der Hoppenstedtschen Weihnacht lässt ihren Jahrgang und die damit verbundenen technischen TV-Standards nach wenigen Sekunden vergessen, als Opa Hoppenstedt (in erster Linie berühmt für seine Satz-Ikone „Früher war mehr Lametta!“) sich anschickt, ein Geschenk für den Enkel zu erstehen. Leider wollen die Kinderaugen im Moment der Bescherung dann nicht glänzen; überhaupt ist Enkel Dickie ein „verhaltensorigineller“ Miesepeter, was angesichts des Miefs seiner elterlichen Umgebung und ihrer erstickenden „Gemütlichkeit“ nicht erstaunt. Die Müllberge der zerfleischten Verpackungen wachsen in die Höhe, Opas Lieblingsplatte erschallt und im selbst g…

Axel Hacke : Oberst von Huhn bittet zu Tisch

Axel Hacke ist ein Sprachkünstler, Sprachpoet und Sprachkomödiant. Im Hörbuch bzw. Buch „Oberst von Huhn bittet zu Tisch“ widmet er sich den kuriosen Sprachwirrnissen die auf Menükarten herrschen. Passend zum baldigen weihnachtlichen Gelage lassen sich hier die Bauchmuskeln anhand des vielen Gelächters nochmals trainieren. Und das Essen macht danach umso mehr Spass.

Axel Hacke gehört für mich zu den wenigen Ausnahme-Autoren, die nicht nur gut schreiben, sondern ihre Geschichten ebenso wunderbar präsentieren und hervorragend selber vorlesen.



Gut hinhören ist wichtig, schliesslich gibt es von Axel Hacke auch die „Verhörer“, zu finden auf dem Hörbuch „Der weisse Neger Wumbaba“. Erkennen Sie das missverstandene Lied? Axel Hacke liest aber so gut, dass keine Missverständnisse offen bleiben.

Guten Appetit und frohe Weihnachten wünscht Helen Schärer

Katrin Tempel : Holunderliebe

Einfach, leicht, locker. Unterhaltsame Liebesgeschichte auf der Basis einer kriminalistischen Suche nach einem historischen Gartengeheimnis. In diesem Buch ist wohl alles vereint, was sich die Unterhaltungsleserin wünscht: Garten, Liebe, Historisches, Spannung, gewürzt mit einer guten Prise „hypnotischer Traumkräfte“. Nur leider, leider, das Ende kommt etwas sehr abrupt. Meiner Meinung nach fehlt ein Teil vom Ende. Das hat mich etwas enttäuscht, war aber nicht so schlimm. Die Geschichte ist erstunken und erlogen, aber das Ganze auf sehr unterhaltsame Weise. Auf die korrekten historischen Begebenheiten wird am Schluss des Buches hingewiesen.

Tipp von Helen Schärer

Alex Shearer : An guten Tagen fahren wir rückwärts

Eine leise und stille Geschichte über zwei Brüder, die voneinander Abschied nehmen. Ein trauriges Thema sehr gut und behutsam in einem Roman verarbeitet: er zeigt die gute Seite des Lebens genauso wie die schwere Seite. Der Autor Alex Shearer erzählt in Rückblicken über die letzte Zeit, die er mit seinem Bruder verbrachte, bevor dieser wegen eines Hirntumors starb.

„You expect to look after your children when they are young, and maybe half expect to care for your parents when they are old, but siblings are another matter. You assume that they will look after themselves or, if they won't, someone else will – their partner, or offspring, or somebody. But not you.“ Zitat aus dem Interwiev : www.theguardian.com /lifeandstyle/2014/mar/08/my-brother-had-brain-surgery

Auf Englisch trägt das Buch den Titel: „This is the life“. So ist das Leben. Genau. Ich wünsche dem Buch viele Leser.

 Tipp von Helen Schärer

Öffnunszeiten Weihnacht und Neujahr 2014/15

Heute hören wir die Frage wohl am häufigsten, deshalb hier die Antwort:
Über die Festtage ist die Bibliothek wie folgt geöffnet:

Mi 24. Dezember 10 – 16 Uhr
Do 25. Dez. – Mo 29. Dez. geschlossen
Di 30. Dezember normale Öffnungszeiten
Mi 31. Dezember 10 – 16 Uhr
Do 01. Jan. – Mo 05. Jan. geschlossen

Ab Dienstag, 6. Januar, gelten die regulären Öffnungszeiten

Wir wünschen allen unseren Kundinnen und Kunden frohe Festtage und alles Gute im Neuen Jahr.

Robert Seethaler : Ein ganzes Leben

Im Alter von vier Jahren kommt Andreas Egger zu seinem Onkel auf den Bauernhof ins Tal. Seine Mutter war an Schwindsucht gestorben, wer sein Vater war, wusste man nicht. Das verstockte Kind (reden hiess Aufmerksamkeit bekommen, und das wiederum verhiess nichts Gutes) wird früh zu harter Arbeit gezwungen. Hart und gefährlich ist später auch seine Arbeit als Hilfsarbeiter beim Seilbahnbau. Nur ein kurzes Glück ist ihm mit Marie gegönnt; seine schwangere Ehefrau, sein ungeborenes Kind und seine einfache Hütte werden von einer Lawine verschüttet. Still erträgt er sein Schicksal, auch als er, trotz seiner verkrüppelten Beine, während des zweiten Weltkriegs für wehrdiensttauglich erklärt und an die Ostgrenze geschickt wird.

Die ganze Schwere eines Arbeiterlebens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit einer solchen Leichtigkeit zu beschreiben, das ist grosse Kunst. Mein Buchfavorit im 2014!

Ein Tipp von Ursula Kupferschmied


Susanne Wittpening : Liebe heilt viele Wunden

Der neunte und letzte Band der Jugendserie Maya und Domenico führt die Geschichte von Band 8 fort. Nachdem Mayas Freund, Domenico, nach Norwegen gegangen ist, steht für Maya fest, dass sie die Beziehung zu Domenico beenden will. Auch Mayas Eltern, v.a. ihr Vater, unterstützen Maya um das Kapitel Domenico abzuschliessen. Maya und Domenico gehen ab jetzt nun eigene Wege. Maya studiert Medizin in Deutschland und Domenico macht eine zwei jährige Therapie in Norwegen.

Drei Jahre später erhält Maya an ihrem Geburtstag einen Anruf aus Sizilien, es ist niemand anders als Domenico. Wieder kommen die alten Gefühle hoch. Wird noch mal was werden aus den beiden?

Die Serie hat mich vom Anfang bis zum Ende gepackt, ich schaffte es kaum das Buch wegzulegen.Der letzte Band ist der krönende Abschluss einer gelungenen Serie von Susanne Wittpening.

Tipp von Esther Wüthrich

Toni Jordan : Neun Tage

Von Toni Jordan sind mittlerweile drei Romane ins Deutsche übersetzt worden. Die Geschichten sind sehr unterschiedlich von der Thematik her, gemeinsam ist ihnen, dass sie alle sehr gut recherchiert, gut strukturiert sowie schön erzählt sind und dass die Personen gut charakterisiert dargestellt werden.

In „Neun Tage“ wird eine Familiengeschichte in Australien in Bezug auf den zweiten Weltkrieg beschrieben. Neun Geschichten, neun Personen, neun Tage die ein Leben für immer verändern können. Im Mittelpunkt steht trotz den neun unterschiedlichen Erzählpersonen Kip, zuerst als Sohn, später als junger Mann, als Vater, als Grossvater. Zu Beginn haben mich die Zeitsprünge verwirrt, am Schluss des Buches ist jedoch alles klar.
Ganz schön fand ich am Schluss die Nennung der diversen Quellen und insbesondere das Foto, auf dem der Roman basiert. Dieses wird in der englisch-australischen Originalausgabe als Cover verwendet. Was die Schnecken auf dem Umschlag der deutschen Ausgabe bedeuten, ist …

Guillaume Musso : Vielleicht morgen

Zwei fremde Menschen, die in unterschiedlichen Städten leben aber beide mit ihrem Schicksal hadern: Matthew lebt in Boston und ist durch den Tod seiner Frau sehr geknickt. Ebenso fehlt Emma, die in New York wohnt, die Freude am Leben. Als Matthew eines Tages auf einem Flohmarkt einen alten Laptop mit der Signatur „Emma L.“ kauft, ahnt er noch nicht, was dies alles in Bewegung setzen wird.

Wie die meisten Bücher von Guillaume Musso ist auch dieser Roman ein spannender Mix zwischen Liebesgeschichte und Thriller. Einmal mehr ist ihm eine verzwickte, zeitübergreifende und überraschende Geschichte gelungen.

Tipp von Sara Hug

Matthias Zschokke : Die strengen Frauen von Rosa Salva

Kein Wort hat der Schriftsteller Matthias Zschokke mehr geschrieben seit er in Venedig angekommen ist. Auf Einladung einer Stiftung darf er 7 Monate hier verbringen. Viel zu spannend und opulent ist die Stadt, als dass er drinnen bleiben könnte. Zschokke lässt sich treiben. Köstlich sind seine E-Mails mit dem Verleger, der Frau, die sich um die Wohnung kümmert, dem Freund in Köln, dem Komponisten, der Opernsängerin, dem Buchhändler, der Tante aus dem Süden. Die Emails sind genauso lecker, kurz und prägnant wie das tägliche Frühstücksritual: Stehend an der Bar ein Espresso Macchiato und ein gefülltes, ofenheisses Cornetto.

Es ereignet sich wenig in diesem Buch und doch kriegt man nicht genug von diesen kleinen Häppchen. Neugierig begleitet man den Autor durch seine Gedankenwelt, torkelt durch das feuchtheisse Venedig, stapft mit den Gummistiefeln durchs Aqua alto, hofft, dass sein Hausfest ein Erfolg wird. Und freut sich darüber, dass man sich dem Menschen Zschokke so nahe fühlt. Ein…

Adam Elliot : Mary & Max oder Schrumpfen Schafe wenn es regnet?

Mary, ein junges Mädchen aus Australien, schreibt einen Brief. An Max, per Zufall mit Fingertipp im Telefonbuch ausgewählt. Max wohnt in New York und entspricht alles andere als der Norm. Eine wunderbare, kuriose Brieffreundschaft entsteht, die über Jahre dauert und alle möglichen Hindernisse überwindet. Mary fragt Max tausend wichtige Fragen wie z.b: Schuldet der Taxifahrer einem Geld, wenn er rückwärts fährt?

Die Geschichte enthält viele wunderbare Details, wird mit einer sehr guten Portion schwarzem Humor erzählt (autsch, das alternative Ende schmerzt!) und enthält sehr viel Liebevolles. Das Leben ist hart. Zum Glück kann man sich seine Freunde aussuchen. Und zum Glück gibt es wunderbare Menschen, die all dies mit Knetfiguren in einem Film festhalten.

Tipp von Helen Schärer

Lynn Austin : Die Apfelpflückerin

Wer gerne spannende, geheimnisvolle, dramatische Familien- und Liebesgeschichten mag, dem wird dieses Buch sicherlich gefallen. Es spielt grösstenteils auf einer Farm in Amerika anfangs des 20. Jahrhunderts. Geprägt von Schicksalsschlägen und Lügen lebt die junge Mutter und Witwe Eliza auf ihrer Apfelplantage. Auch der Fremde, der mit körperlichen Verletzungen und mitten im Winter bei ihnen auftaucht hat eine schwierige Vergangenheit hinter sich. Und die schräge Tante Crazy befördert so einige Geheimnisse ans Tageslicht. Die Familienverhältnisse sind zuerst recht verworren, nach und nach lüften sich die Geheimnisse und die einzelnen Schicksale und Kindheitserlebnisse verweben sich zu einer grossen, zusammenhängenden Familiengeschichte.
Eine gute Prise Spannung erlangt „Die Apfelpflückerin“ durch den Aufbau des Buches: in mehreren grossen Abschnitten wechselt die Erzählperspektive. So steht jeweils eine andere Person und Zeit im Vordergrund, durch die der Leser wieder ein Stück mehr d…

Ruth Michel Richter, Konrad Richter : Wandern wie gemalt: auf den Spuren bekannter Gemälde im Berner Oberland

Ausserordentliche Öffnungszeiten

Aufgrund eines Direktionsanlasses schliesst die Bibliothek heute Donnerstag, 11. Dezember, bereits um 16.00 Uhr. Nein, wir schliessen die Bibliothek nicht wegen unseres Weihnachtsessens, sondern um an den internen Verabschiedungsanlass unserer höchsten Chefin, Ursula Haller, gehen zu können.

Das Vorlesen "Chum cho lose" von 16.30 bis 17.00 Uhr wird deshalb auf den nächsten Donnerstag, 18. Dezember, verschoben.

Wir danken für Ihr Verständnis.
Das Bibliotheksteam wünscht allen eine schöne Adventszeit

Tamina Berger : Engelsträne

Ida wird überredet, in ihrer Gruppe des Wahlfaches Theater ein Theaterstück zu schreiben. Bei ihrer Recherche stösst sie auf eine spannende Story, welche sich vor zehn Jahren in diesem Internat abspielte. Die zwei Mädchen Claudia und Ana-Maria waren plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Die Ermittlungen wurden nach einiger Zeit eingestellt. Bis heute sind die zwei nicht aufgetaucht. Was geschah mit den beiden? Leben sie noch? Bei den Nachforschungen, die Ida mit ihren Freunden macht, merken sie nicht, dass sie ihr Leben aufs Spiel setzen.

Ich finde die Geschichte sehr gut geschrieben, da die Theaterszenen am Ende jedes Kapitels eingebaut sind. Man merkt, dass Ida das Theaterstück so nahe wie möglich an der Realität schreiben möchte.
Die Geschichte hat mich sehr gefesselt, da man bis kurz vor Schluss nicht weiss, was mit den beiden Verschwundenen passiert ist.

Tipp von Esther Wüthrich

Martin Ebbertz : Ein Esel ist ein Zebra ohne Streifen

Onkel Theo erzählt 44 fast wahre Geschichten. Es beginnt immer gleich:
 „So, liebe Kinder“, sagt Onkel Theo. „Heute werdet ihr mal wieder was lernen.“ Die Kinder setzen sich auf Onkel Theos grünes Sofa und spitzen die Ohren. „Also“, sagt Onkel Theo - Und er kratzt sich am Kopf.

Er erzählt über das gewählte Thema Erfundenes, das hinten und vorne nicht stimmt. Am Schluss schreien die Kinder immer:
„So ein QUATSCH!“ – „Was?“ fragte Onkel Theo. „Quatsch nennt ihr das? Und euch soll ich noch mal was erzählen?“ Doch weil die Kinder sehr darum baten, sagte Onkel Theo: „Also gut. Vielleicht ein anderes Mal. Aber für heute ist Schluss.“

Die Geschichten haben eine gute Länge zum Vorlesen, sind verständlich geschrieben und wirklich lustig. Nur schade, das die Geschichten eher für ältere Kinder sind: ein bereits vorhandenes Wissen wird vorausgesetzt. Ich musste meinen noch jüngeren, kleinen Testzuhörern viele Fragen beantworten: „Und wie ist das nun wirklich?“ Lustig fanden sie die Geschichten tro…

Jähnig, Jens u.a. : Die Sieben Weltwunder

„Die Sieben Weltwunder? Also, da hätten wir die Pyramiden von Gizeh, den Koloss von Rhodos … sicher noch diesen Leuchtturm in … äh, wo stand der noch gleich? Ja, genau – in Alexandria!“ Nur wie geht’s jetzt weiter? Gleich alle sieben illustren Architektur-Preziosen des klassischen Altertums aus dem Stegreif zu nennen, ist zugegebenermassen eher schwierig. Nach der Lektüre des hier vorgestellten Buches dürfte es hingegen gelingen; schliesslich fehlen nun noch die legendären hängenden Gärten von Babylon, der Artemis-Tempel von Ephesos, das Mausoleum von Halikarnassos und natürlich das Götterbild des Phidias im Innern des Zeustempels zu Olympia. Die anschaulichen Rekonstruktionen, die gut portionierten Texte zum Entstehungskontext der Bauwerke, zu ihren Schicksalen sowie dem Nachleben in Überlieferung und Forschung, laden zu einer erstaunlichen Reise ins Reich der Vergangenheit.

Tipp von Claude Christinat

Jutta Diekmann : Frisuren für Prinzessinnen

Als dünneres Format geht dieses Kindersachbuch in der Menge der grossen Sachbücher fast unter. Sehr schade, denn: alle, die ein kleines Mädchen mit langen Haaren daheim haben: dieses Buch gehört in ihren Haushalt! Vorausgesetzt, die Tochter lässt sich gerne frisieren. Oder sie haben selber lange Haare und wollten schon lange mal was anderes haben als immer den ewig gleichen langweiligen Pferdeschwanz. In diesem Buch werden sie fündig: diverse Zopffrisuren, einfache und schwierigere Hochsteckfrisuren, einfache und etwas kompliziertere Flechtfrisuren. Nur schade, dass das Buch allzu rosa daherkommt. Nicht nur rosa Prinzessinnen mögen Zöpfe….Wem das Buch nicht weiterhilft: die Kombination von Internetfilmchen und dem Namen der Frisur hat mir sehr geholfen. Jetzt brauch ich nur am Morgen noch genügend Zeit, um die Ideen umzusetzen…

Tipp von Helen Schärer

Mathias Malzieu : Die Mechanik des Herzens

Hermann Koch : Odessa Star

Der Schriftsteller Herman Koch hat es mir angetan. Odessa Star ist sein neuster Roman. Allerdings: seine Bücher sind allesamt spannend, überraschend, herausfordernd. Sie sind alle sehr gut als Lektüre für Lesegruppen geeignet: ich garantiere für angeregte, heftige Diskussionen. Ich habe mich mehrmals gefragt: wie hat der Autor dieses und jenes gemeint? Wo wurde die Grenze überschritten? Was ist da nun normal, was nicht? Ist es Gesellschaftskritik? Oder eine Darstellung? Thriller, Krimi, Entwicklungsroman? Nicht einfach zu beantworten, nicht immer einfach zu lesen, aber eben: für Diskussion wird garantiert.

Tipp von Helen Schärer

Richard C. Morais : Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef

Achtung: dieses Buch macht Hunger, wortwörtlich. Der Autor beschreibt den Werdegang des indischen Hassan Haji vom Jungen zum Meisterkoch. Notabene in Frankreich. Der indische Familienhintergrund ist da nicht eben hilfreich. Oder doch? Neben der biografischen Geschichte fliessen viele Beschreibungen von Düften, Gerüchen, Konsistenz, Zubereitungen rund ums Essen ein. Ich habe all die Gerichte gesehen, gerochen und auf der Zunge gespürt, so gut werden sie beschrieben. 
Im Nachwort erfährt man, dass das Buch eine Hommage an Ismail Merchant ist, der 2005 unerwartet verstarb. Richard C. Morais, der Schriftsteller des Buches, inspirierte ihn zu einem Film, der die Leidenschaft sowohl zum Essen wie auch zum Film vereinen sollte. Anstatt dem Film entstand nun zuerst das Buch. Nun wurde die Geschichte von Lasse Hallström verfilmt. Ich empfehle trotzdem, zuerst das Buch zu lesen.
Tipp von Helen Schärer