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Francesc Miralles : Das unvollkommene Leben oder Wie das Glück zu Samuel fand

Frances Miralles, spanischer Schriftsteller, wohnhaft in Barcelona und ebenda 1968 geboren, hat bereits diverse Bücher veröffentlicht, teilweise auch mit anderen Autoren zusammen.

Das erste Buch, das ich von ihm las, hiess „Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen“. Es ist bereits 2009 in deutscher Übersetzung erschienen. Ich mochte das Buch: ein kleiner, feiner Roman, leicht zu lesen, liebevoll geschrieben, mit, wie es der Titel bereits erwähnt, einem Blick auf die kleinen Dinge, die das Leben eben lebenswert machen. Das Buch ist mir in guter Erinnerung geblieben, und ich habe danach weitere Bücher des Autors gelesen. Ich find den Autor jetzt nicht speziell herausragend, so ist die Handlung der Geschichte jeweils recht absehbar und nicht sehr überraschend. Aber sein Blickwinkel auf das Leben ist sehr liebevoll und ich habe das Gefühl, da ist ein Autor am Schreiben, der achtsam mit seinem Leben, seinen Lieben und der Welt umgeht.

Nun ist ein Folgeband zu „Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen“ erschienen. Bevor ich den Folgeband „Das unvollkommenen Glück oder wie das Glück zu Samuel fand“ las, habe ich den ersten Teil noch einmal gelesen. Das hat sich gelohnt, auch wenn es nicht unbedingt nötig ist. Wie bereits im ersten Band steht Samuel, Literaturprofessor in Barcelona, im Zentrum der Geschichte. Von ihm und seinem Leben handelt das Buch. Mehr ist nicht nötig. Wie im ersten Band steht Samuel an einem Punkt im Leben, an dem er nicht weiterkommt. Verbunden mit viel Philosophie, einer Portion feinem Humor, und viel Liebe wiederum zu den kleinen Dingen im Leben, hat Francesc Miralles die Lebensgeschichte von Samuel weitergeführt. Ebenso liebevoll und detailliert beschreibt Francesc Miralles die Nöte und Ängste von Samuel. Witzig fand ich die Beschreibungen der Stadt Barcelona, und wie die Einheimischen mit den Touristenströmen umgehen. Ganz anders als die historischen Beschreibungen von Carlos Ruiz Zafon, so erhält Barcelona ein ganz anderes Gesicht. Man fühlt, dass Frances Miralles diese Stadt liebt. Und ich vermute stark: dieser Autor war auch selber in Japan, so liebevoll wie er die Reise von Samuel nach Japan schildert. 

Ein Buch für Herz und Seele, eine achtsame Liebeserklärung an das Leben und seine Wege. Oder Irrwege. Auf jeden Fall lesenswert. Wie alle anderen Bücher von Francesc Miralles auch.

Tipp von Helen Schärer

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