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Smith Henderson : Montana

Pete Snow ist Sozialarbeiter in Tenmile einer kleinen Stadt in Montana. Das Leben in Snows Aufgabengebiet ist geprägt von Armut, schlechter Bildung, Arbeitslosigkeit, Alkohol, Drogen und viel Gewalt. Die Menschen leben in abgelegenen verlotterten Farmen oder in Trailern. Unter diesen Zuständen leiden vor allem die Kinder. Pete Snow als Familienhelfer gibt in seiner Arbeit das Beste. Ob dies nun bei der Fremdplatzierung eines Jungen aus schrecklichen Familienverhältnissen ist, oder ob er verarmte Familien mit Windeln, etwas Nahrung und Kleidern versorgt. Oftmals steht er bei Gewaltausbrüchen zwischen seinen Klienten und der Polizei. Was immer er auch tut, seine Arbeit verändert nichts dauerhaft, sondern ist nicht mehr als ein Tropfen auf einen heissen Stein.

Eines Tages trifft Pete in Tenmile auf Benjamin Pearl. Der elfjährige Junge ist unterernährt, vernachlässigt und lebt mit seiner Familie in den Wäldern von Montana. Das Familienoberhaupt, Jeremiah Pearl, ist überzeugt, dass er seine Familie vor der Zivilisation schützen muss und die Welt ohnehin bald untergehen wird. Er bereitet sich auf die Endzeit vor, indem er seine Kinder und seine Frau vor der Aussenwelt abschirmt. Pete stösst bei der Aufgabe Benjamin, als auch der ganzen Familie zu helfen, an seine Grenzen. Er kann das Drama, das sich in der religiösen Verwirrtheit abspielt, nicht mehr aufhalten. 

Smith Hendersons Roman ist keine leichte Unterhaltung, weder vom Inhalt noch von der groben Sprache her. Er zeigt uns das Amerika der Armen. Ohne Hoffnung auf Besserung versinken sie immer tiefer im Sumpf von Alkohol, Drogen und Gewalt. Wäre da nicht manchmal dieses Fitzelchen Menschlichkeit und Hoffnung, würde man beim Lesen glatt verzweifeln. Und dennoch, unbedingt lesen!

Lesetipp: Verena Dolder

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