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Andrea Camilleri: Die Inschrift

Sind Sie auch süchtig? Ich gestehe, ich bin es. Süchtig nach den Büchern des italienischen Erfolgsautors Andrea Camilleri.
Mehr noch als in seinen wohlbekannten Montalbano-Krimis gelingt es ihm in seinen historischen Romanen und Erzählungen immer wieder vertrackte Geschichten leicht und lebendig zum besten zu geben, als wären es Filmdrehbücher. Er ist ein begnadeter Erzähler und Dramaturg.
Und sind seine Geschichten oft auch in dunklen Zeiten angesiedelt, ist die Lektüre immer vergnüglich und unterhaltsam.
Dies gilt auch in seinem neusten auf deutsch erschienen Buch „Die Inschrift“. Roman ist für eine Geschichte auf gerade mal 42 Seiten eine gar grossspurige Bezeichnung. Aber das passt zu den aufgeblasenen Figuren, die sich auch in dieser Geschichte durch Ränkespiele ihre Vorteile ergattern.
Die Geschichte spielt 1940 des 20. Jahrhunderts in Sizilien. Zu Ehren eines verstorbenen und verehrten Faschisten soll eine Strasse umbenannt und eine entsprechende Inschrift angebracht werden. Doch dann stellt sich heraus, dass die faschistische Biographie des Verstorbenen doch nicht so glanzvoll und rein ist, wie zuerst angenommen. Als schliesslich noch die bei Camilleri unentbehrliche Frau von  „furchteinflössender Schönheit“  ins Spiel kommt, artet das absurde Spiel engültig aus. 
Die nun folgende Posse ist eine herrliche Entlarvung aller Anhänger totalitärer Ideen. 


 

Tipp von Simon Johner

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